Rechtlicher Hintergrund und praxisnahe Einordnung.
Was wirtschaftlich verständlich erscheint, kann in einer späteren Insolvenz rückabgewickelt werden.
In der Krise werden häufig Zahlungen geleistet, Sicherheiten bestellt, Gesellschafterdarlehen zurückgeführt oder Vermögenswerte übertragen. Kommt es später zur Insolvenz, können solche Rechtshandlungen unter den Voraussetzungen der Insolvenzordnung anfechtbar sein.
Rückzahlungen auf Gesellschafterdarlehen und Sicherheiten zugunsten von Gesellschaftern unterliegen besonderen insolvenzrechtlichen Regeln. Die zeitliche Nähe zur Insolvenz ist dabei besonders relevant.
Ausschüttungen oder sonstige Vermögensverschiebungen an Gesellschafter müssen in der Krise besonders kritisch geprüft werden. Neben Anfechtung können gesellschaftsrechtliche Kapitalerhaltungsregeln und Organhaftung eine Rolle spielen.
Selektive Zahlungen sind nicht automatisch verboten. In einer sich zuspitzenden Krise können sie jedoch insolvenz- und haftungsrechtliche Folgen haben. Deshalb sollte die Zahlungssteuerung nicht nach Lautstärke einzelner Gläubiger erfolgen.
Je näher das Unternehmen an die Insolvenzreife rückt, desto weniger sollten außergewöhnliche Zahlungen, Sicherheiten oder Vermögensverschiebungen ohne vorherige Prüfung vorgenommen werden.